Der PolenfeldzugLutepitti

Preußen suchte nach der Niederlage, seine Ehre zu retten und sehnte sich nach Revanche. Es setzte den Kampf an der Seite der verbündeten russischen Armeen fort.

Marschroute Pierre Wageners vom 21.11.-20.12.

21.11. Müncheberg 26.11. Betsche
22.11. Frankfurt an der Oder 27.11. Pumie
23.11. Ruhetag 28.11. Schwadzym
24.11. Crossen (Krosno) 29.11. Posen (Poznan)
25.11. Schermeissel

Im Dezember 1806 lagert die 4. Division Sahuc in Pudwitz. Das 19. Dragoner besteht aus 29 Offizieren, 536 Reitern und 576 Pferden. Es tritt in das Armeekorps der Reservekavallerie unter Bessières ein, zu dem sie am 15.12. in Thorn (Torun) aufschließt.

16.12. Die 4. Division lagert in Sluzewo und überquert die Weichsel in Thorn.

17.12. Sie lagert am linken Ufer der Drewenz, einem Nebenfluß der Weichsel, der oberhalb von Thorn mündet.

18.12. Wella

19.12. Sierps (Sierpo).

Die Schlacht von Biezun

Nach ihrer Niederlage in Pulstuk hatten sich die Soldaten des Zaren nach Nord-Westen zurückgezogen, um den Kontakt zu ihren preußischen Alliierten nicht zu verlieren. Am 20.12. starteten sie in der Gegend von Biezun einen gefährlichen Gegenangriff. Die Attacken Grouchys, unterstützt durch das 19. Dragonerregiment, warfen die Angreifer schließlich zurück.

Im Januar 1807 nimmt das Regiment sein Winterquartier in Elbling (ElbIag) ein.

Die Schlacht von Mohrungen

Am 25.1.1807 trifft das 19. Dragonerregiment in Mohrungen auf die Kosaken des Zaren. General Berthier beschreibt die Kampfhandlungen so:

L’ordre est envoyé au 19e dragons de charger sur les batteries. Ce brave régiment s’élance à l’attaque. Mais tandisque 2 escadrons chargent, le 3e s’élance sur les batteries retranchées dans le village. Rien ne résiste et l’ennemi ayant perdu un de ses généraux abandonne le village.

Bernadotte schreibt an Napoleon:

Le 19e dragons, cet intrépide régiment, s’est particulièrement distingué dans la journée du 25.1. par une charge mémorable qu’il fit dans le village de 125 Pfarrerfeldchen contre l’infanterie et les batteries russes. Cette poignée de braves a culbuté dans une excellente position un ennemi très supérieur en nombre et déjà enorgueilli par ses succès de la veille.

Die Attacke des 19. Dragoner brachte ihm die Ehre ein, im “ Journal d’opération du 1e corps” erwähnt zu werden:

De très belles charges d’un escadron du 19e régiment de dragons sur les pièces russes contribuèrent à les décider à la retraite.

Auch das 55e Bulletin de Ia Grande Armée schreibt am 29.01.1807:

Le 19e dragons fit une beile charge sur l’infanterie russe.

Marschroute Pierre Wageners vom 30.1. -11.2.

30.1. Turgowitz 7.2. Mohrungen (Morag)
1.2. Ziolenta 8.2. Gros-Thierbach
3.2. Straßburg (Norden) 9.2. Wormditt
4.2. Kauernick 10.2. Montitten
5.2. Semplowa 11.2. Domnau
6.2. Schmiegwald

März-Mai 1807

Das 19. Regiment befindet sich noch Anfang März im Winterquartier in der Provinz Holland. Es besteht aus 31 Offizieren und 574 Pferden. Die 4. Division kommt unter das Kommando von General La Houssaye. Pierre Wagener schreibt aus dem Winterquartier im April 1807:

19 Dragoner, Pierre Wagener an Jean Cunné, demeurant à Luxembourg, aubergiste, pour remettre à Dominique Wilhelm, maire de Kail, canton de Bettembourg, Dép. des Forêts à Tétange. No 14. Grande Armeé.

Auf heut dato den 21den April. Viel geliebte Mutter, Bruder, Schwestern, ich begrüße euch viel tausend mal. ich tue euch zu wissen, daß ich noch frisch und gesund bin, gottlob wie ich auch verhören von euch. Ich hab ein groß Verlangen zu euch, denn ich hab schon so lange nixt mehr von euch gehört. Ich weiß nicht ob ihr tot seid oder nicht. Den letzten Brief habe ich bekommen zu Dorlischen und ich hab euch Antwort geschrieben zu Straßburg und ich hab noch kein Antwort davon erhalten. So kann ich nicht wissen ob ihr alle tot seid oder nicht. Ich glaube ihr denket gar wenig an mich sonst hättet ihr mir doch Antwort zurückgeschrieben.

Seitliche Anmerkung: Ich tät gerne wissen ob ihr das Geld eingetrieben hatt von mein Henricus Melxchior

Pierre Wagener Prussia

Ich begrüße den Herren Dominicus Wilhelm und seine Gemahlin und das ganze Haus. Ich täte gerne wissen was zu Haus doch Einiges ist, von der Zeit daß ich von Haus bin………Ich bin jetzt wohl zufrieden. Ich bin schon 6hundert Stund von Haus. Ich hab kein Hoffnung mehr, daß ich noch einmal nach Haus soll kommen, denn hier das Land ist so ein schlechtes Land, daß noch zu den Zeiten so eine große Kält ist, daß noch die Leute erkalten und eine Hungersnot, daß wir mit dann leider müssen verhungern. Denn wir sein jetzt in Garnison für etliche Wochen, dann werden wir uns wieder schlagen mit den Russen. Wir reden alle Tag mit den Preisen und den Russen. Ich bin wohl gemut und gut zu Pferd. Wenn wir noch zwei Städte hätten, so wären wir gleich in Russland, aber es werden noch viele Menschen müssen sterben, denn da sein so ein starkes Stadt als wie Luxemburg und das mer lauft dreimal rundum, so könnt ihr denken, daß man noch nicht darin laufen tut als wenn man in ein Dorf hinein tut laufen.

Von Einiges kann ich euch nixt schreiben, weil ich nicht darf, so könnt ihr es wohl merken. Ich endige mein Schreiben und verbleiben euer getreuster Sohn bis in den Tod. Mein Adress ist: Dragon im l9den Regiment in der 6der Kompanie in der vierten Division in Altpreußen in Polen, Grande-Armée de Rhin.

Pir Wagener[62]

Dieses Schreiben Wageners gibt einige Rätsel auf. Der Stil, in dem es geschrieben ist verwirrt den Leser. Fraglich ist der Satz: “Wir reden alle Tag mit den Preisen und den Russen.” Die sehr eigenartige Beschreibung der Stadt, die ihn an Luxemburg erinnert, bedeutet wohl, daß er sagen will, wie schwer es sein wird, diese Stadt einzunehmen. Es handelt sich hier um die Stadt Friedland, die von den französischen Truppen am 14.06.1807 erobert wird. Bei der zweiten Ortschaft, die er anspricht, kann es sich nur um die Stadt Tilsit handeln, wo im Juli desselben Jahres der Friedensvertrag unterzeichnet werden wird.